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Waldpflege

Waldpflege (7)

Bild von Peggy Choucair auf Pixabay

Deutschlands Wälder leiden unter massivem Klimastress. Der Erhalt unserer Wälder ist gefährdet. Dabei spielen gesunde Wälder eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt, das Klima und die biologische Vielfalt. Bisher sind bereits 285.000 Hektar Wald verloren gegangen. Die Wiederbewaldung dieser Flächen ist für Forstleute und Waldbesitzende eine große Herausforderung! Das Jagdmanagement hat dabei entscheidenden Einfluss auf den Erfolg. Dafür müssen mit der von der Bundesregierung beabsichtigten Novellierung des Bundesjagdgesetzes nun die Weichen wirksam gestellt werden. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert bei der Verbändeanhörung, die morgen, Freitag, 28.08.2020, im Bundeslandwirtschaftsministerium stattfindet, dass der Wildbestand artenreiche und stabile Mischwälder ermöglichen muss. Dabei hat sich die Bejagung am Zustand der Waldverjüngung zu orientieren. Künstliche Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Einzelbaumschutz sind nicht zielführend.

Die Wildbestände von Reh-, Rot-, Damwild & Co, sind vielerorts schon seit Jahrzehnten zu hoch. Ein gut gemischter Wald kann sich so, trotz aller Anstrengung, nicht entwickeln. Die wertvollen Mischbaumarten werden vom Wild verbissen und der Wald entmischt sich. Übrig bleiben Fichte und Kiefer. Fichtenwälder sterben jedoch gerade massenhaft. Diese Baumart ist also überwiegend keine Option für klimastabile Wälder. Hohe Wildbestände haben zum Teil zur jetzigen Waldmisere beigetragen. Unter den absterbenden Waldbeständen gibt es häufig nicht die notwendige neue stabile Waldgeneration. Es muss aufwändig gepflanzt werden. Aber auch die Pflanzungen sind in ihrem Fortbestand gefährdet.
 
Die nun vorgelegte Novelle des Bundejagdgesetzes zeigt einige Hinweise in die richtige Richtung auf. Um einen jetzt erforderlichen großen Wurf handelt es sich jedoch nicht!
„Die Jagd im Wald muss eine vielfältige, standortgerechte und gemischte Naturverjüngung aus Buche, Eiche, Ahorn, Birke, Tanne usw. ohne Schutzmaßnahmen gewährleisten“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF und in seinem Forstrevier selbst auch für das Jagdmanagement zuständig.
 
„Für uns Forstleute gehören die Jagd und das Wildtiermanagement selbstverständlich zum Berufsbild dazu. Wir betreiben eine verantwortungsvolle und tierschutzgerechte Jagd für einen gesunden Wildbestand und vor allem die Erhaltung eines stabilen und vielfältigen Waldes. Das ist gerade jetzt in Zeiten der Waldkrise wichtig, da durch die vielen freien Flächen mit viel Nahrung für das Wild deren Bestände weiter rasant ansteigen werden und die Wiederbewaldung zusätzlich erschweren“, so Dohle weiter.
 
Es muss zukünftig deutlich erfolgreicher gejagt werden. Mit den richtigen Jagdmethoden und mit geeigneten Jagdzeiten wird das Wild insgesamt auch weniger beunruhigt und kann somit in der jagdfreien Zeit seinem Lebensrhythmus ungestört nachgehen. Wie viel bejagt werden muss, müssen objektive und verpflichtende Vegetationsgutachten zeigen, die den Gesundheitszustand der neuen Waldgeneration messen. Nur so lässt sich ein stabiler Wald erreichen, der schließlich auch Lebensraum des Wildes ist. Hier muss die Novelle des Bundesjagdgesetzes noch deutlich nachgebessert werden.
 
„Die Diskussion um Wildschäden und waldverträgliche Wildbestände dauert nun schon über 50 Jahre an. Bewegt hat sich in dieser Zeit aber im Prinzip nichts - außer die Wildbestände nach oben. So haben das Rehwild in den vergangenen 20 Jahren um 22, das Rotwild um 55 und das Damwild sogar um 60 Prozent zugenommen. Unter diesen Umständen wird eine positive Waldentwicklung leider weiterhin nicht gelingen!“, zieht Dohle eine ernüchternde Bilanz der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte.
 
Es geht außerdem nicht nur um die Wiederbewaldung der bisher geschädigten Waldflächen, sondern auch um die Waldentwicklung der etwa 3 Millionen Hektar bisher noch naturfernen Nadelholzreinbestände. Das ist immerhin ein Viertel der Gesamtwaldfläche und zeigt die Dimension der künftigen Aufgaben.
 
Viele Jägerinnen und Jäger unterstützen die Forstleute und Waldbesitzenden mit großem Engagement. Leider relativieren die Jagdverbände jedoch immer noch die Verantwortung des Jagdmanagements für die Waldentwicklung. Bis heute gibt es –bis auf Bayern- keine objektiven Grundlagen für die behördlichen Festlegungen von Abschussplänen. „Wenn wir aus der Corona-Krise eins lernen können, dann, dass wir wissens- und faktenbasiert agieren müssen. Eine Jagdplanung nach Bauchgefühl muss endlich ein Ende haben und stattdessen auf obligatorischen amtlichen Vegetationsgutachten basieren“ formuliert Dohle eine Kernforderung des Berufsverbandes der Forstleute.
 
Zu einem fachlich guten Jagdmanagement kann auch die Einrichtung von Wildruhezonen gehören. Allerdings bedeutet dies, dass dort dann auch die Jagd –zumindest temporär- konsequent ruhen muss. Sonst verpufft die Wirkung solcher Gebiete. „In seiner Stellungnahme zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes zielt der Deutsche Jagdverband aber ausschließlich auf eine Beschränkung des freien Waldbetretungsrechts für die Bürgerinnen und Bürger ab. Das hat mit Wildruhezonen dann aber nichts mehr zu tun, sondern es würde sich dabei dann lediglich um Vorrangflächen für die Jagdausübung handeln. Das ist weder zielführend noch akzeptabel!“, so Dohle abschließend.
 
Eine an die Anforderung der Waldentwicklung ausgerichtete Jagd kann auf die plakative Formel „Wald vor Wild“ gebracht werden. Das bedeutet aber auf keinen Fall „Wald ohne Wild“, denn letzteres gehört untrennbar zum Lebensraum Wald. Der BDF ist aber davon überzeugt, dass pflanzenfressende Schalenwildarten in ihrem Bestand spürbar abgesenkt werden müssen. Ein „weiter so“ wäre schlicht verantwortungslos! Es braucht eine enge Zusammenarbeit von Forstleuten, Waldbesitzenden und der Jägerschaft. Insbesondere letztere muss ihrer besonderen Verantwortung gerecht werden und sich gegenüber wirksamen Lösungen öffnen!
 
Die ausführliche Stellungnahme des BDF: zur Stellungnahme
 
Fotonachweis: Bild von Peggy Chocair auf Pixabay 
Literaturnachweis: Bund Deutscher Forstleute (27.08.2020) - Wald im Klimastress: Ohne Jagdwende keine Waldwende - Abgerufen 31.08.2020 von https://www.bdf-online.de/aktuelles/news/wald-im-klimastress-ohne-jagdwende-keine-waldwende/

 

Schnittschutzhose
Bei allen Neuerungen, die es in der Waldarbeit in den letzten Jahrzenten gab, zählt sie zweifellos zu einer der wichtigsten: die Schnittschutzhose.
Ihre lebensrettenden Eigenschaften erhält sie durch Einlagen aus langen Kunststofffasern, welche bei einem Schnitt herausgezogen werden und sich dabei um das Antriebsrad wickeln und so die Kette in Sekundenbruchteilen zum Stillstand bringen.
Auf dem Markt gibt es mehrere Schnittschutzklassen. Für den normalen Gebrauch im Wald ist Schnittschutzklasse 1 ausreichend, diese erhält man ab 60€. Die gesamte persönliche Schnittschutzausrüstung, bestehend aus Stiefelen, Hose, Helm und Handschuhen schlägt gerade einmal mit 150€ zu Buche.
Nach einem Reinsägen muss die Hose immer ausgetauscht werden, da bei einem weiteren Schnitt die Schutzwirkung nicht mehr garantiert werden kann.
Durch Dornen verursachte Risse in der Hose, welche nur den Oberflächenstoff verletzt haben, können sehr vorsichtig geflickt werden. Hierbei ist genauestens darauf zu achten, dass keine Fäden der Schnittschutzeinlage mit vernäht werden, da auch hier die Schutzwirkung verloren geht.
Die Verwendungsdauer einer Schnittschutzhose hängt stark vom Gebrauch und dem Grad der Verschmutzung ab, die Hersteller geben hierzu in der Nutzerinformation einen Zeitraum an. Untersuchungen des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) haben ergeben, dass Hosen in einem guten Zustand bis zu 12 Jahre lang verwendet werden können.
Praxistipp: Auch eine Schnittschutzhose kann im Bedarfsfall gewaschen werden, beachten Sie hierzu die Waschhinweise des Herstellers, welche in die Hose eingenäht sind.
Fotoverzeichnis: Bild von PEFC Bayern, honorarfrei

Literaturverzeichnis: Pressetext PEFC Bayern

 

Wald Frühling1200pxBei vielen Waldbesitzern und -besitzerinnen herrscht derzeit eine gewisse Verunsicherung, ob es mit dem Hintergrund der aktuellen Ausgangssperren erlaubt ist, sich um seinen Wald zu kümmern. Dazu gibt der Bayerische Waldbesitzerverband bekannt, dass dies unter gewissen Voraussetzungen weiterhin möglich ist. So ist bei der Waldarbeit der Kontakt zu anderen Menschen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Jedoch sind die Vorgaben der Arbeitssicherheit weiterhin ernst zu nehmen und einzuhalten. So kann der Mindestabstand ohne Probleme eingehalten werden, denn es genügt, wenn eine weitere Person sich in Sicht- oder Rufweite befindet. Diese Person muss in der Lage sein, erste Hilfe zu leisten und einen Notruf abzusetzen. Die Alleinarbeit ist in bäuerlichen Betrieben ausnahmsweise zulässig, wenn es im Betrieb aufgrund anderer Tätigkeiten nicht möglich ist, dass eine zweite Person vor Ort ist. In diesem Fall sind jedoch weitere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Geeignete Vorkehrungen sind hierbei beispielsweise das Tragen eines Mobiltelefons mit Notruffunktion, der Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage bei Arbeiten mit der Seilwinde und das Informieren der Angehörigen über den Arbeitseinsatz, den Arbeitsort und den Rückkehrzeitpunkt. Auch Nachbarschaftshilfe ist unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen weiterhin möglich. So sollte die Fahrt in den Wald getrennt erfolgen, jeder eigenes Werkzeug verwenden, die Möglichkeit die Hände zu waschen (Wasserkanister und Seife vorhalten) gegeben sein und der Mindestabstand eingehalten werden.

Bild von Andre Cook auf PixabayTrotz Einschränkungen gibt es zu dieser Zeit dringende Waldarbeiten, die zu erledigen sind. So werden auch durch die Coronakrise erhebliche Auswirkungen auf den Holzmarkt erwartet. Teilweise sind diese jetzt schon zu spüren. So wurde die Abnahme von Papierholz bereits gestoppt und dieses kann derzeit nicht vermarktet werden. Durch Exportbeschränkungen, fehlende Arbeiter in der Holzindustrie und den nachfolgenden Betriebszweigen wird auch die Abnahmemenge von Rundholz höchstwahrscheinlich sinken. Verschärfend kommt ein zu erwartender starker Käferbefall in diesem Jahr hinzu. So sind für den Frühling warme Temperaturen mit wenig Niederschlag prognostiziert. Also optimale Bedingungen für den Borkenkäfer, der sich dadurch sehr rasch ausbreiten kann. Waldbesitzer sind angehalten ihre Bestände regelmäßig auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren. Befallene Bäume müssen gefunden und zeitnah entnommen werden, um eine Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern. Auch die weitere Aufarbeitung des im Februar entstandenen Sturmholzes genießt hohe Priorität. Hier sind jedoch die Vorgaben der Arbeitssicherheit unbedingt zu beachten oder Profis mit den Arbeiten zu beauftragen. Jedes Jahr gibt es hier schwere Unfälle. Durch die zu erwartende schlechte Abfuhr von Holz und die zu erwartenden Käferholzmengen, ergeben sich für die kommenden Wochen große Holzmengen, die gelagert werden müssen. Doch hier gibt es staatliche Hilfen, die diesen wirtschaftlichen Schaden zum Teil ausgleichen. So können bei Lagerung von Käferholz mit einem Mindestabstand von 500 m zum nächsten Nadelwaldbestand Förderungen beantragt werden. Werden Sie hier bereits jetzt aktiv und suchen Sie nach geeigneten Lagerplätzen. Diese sind eventuell vorzubereiten, wie z.B. mit einer Zufahrt zu versehen, eventuell auszubauen und aufzuschottern. Um eine Förderung zu erhalten, sind Holzlagerplätze vom Revierleiter abzunehmen. Die WBV Neuburg-Schrobenhausen ist auf der intensiven Suche nach Holzlagerplätzen um so die Situation im Frühling und Sommer zu entschärfen und den wirtschaftlichen Schaden für Waldbesitzer so gering, wie möglich zu halten. Hier sind besonders Gemeinden angesprochen, die, wenn sie geeignete Plätze zur Verfügung haben, sich mit der WBV in Verbindung setzten sollten. Durch die auflaufenden Holzmengen werden auch Polterspritzungen unumgänglich sein.

Bild von Free Photos auf PixabayAuch die Frühjahrspflanzung zählt zu den regulären und aktuellen Betriebsarbeiten. Agrar- und Landhandel sind von den Schließungen von Einzelhandelsgeschäften ausgenommen. So ist eine Lieferung bzw. Abholung von Forstpflanzen, Pflanzenschutzmittel usw. weiterhin möglich. Auch können Zäune weiterhin bei den Abholstellen der WBV und den Baumschulen abgeholt werden. Nehmen Sie jedoch bitte zuvor telefonischen Kontakt auf. Für eine staatliche Förderung ist vor Beginn von waldbaulichen Arbeiten, wie der Wiederaufforstung, eine Antragstellung und Bewilligung nötig. Da sich die Pflanzzeit dem Ende zuneigt und somit eine Bewilligung wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig erfolgt, ist es überlegenswert, Pflanzungen auf den Herbst zu verschieben.

 

 

Links zum Thema:
 
Fotonachweis:
Bild 1: WBV Neuburg Schrobenhausen
Bild 2: Bild von Andre Cook auf Pixabay
Bild 3: Bild von Free-Photos auf Pixabay

Bild von Johannes Plenio auf Pixabay 3

Aufgrund der Witterungsentwicklung im ersten Halbjahr 2019 sowie des damit verbundenen, gestiegenen Medieninteresses, verzeichnet auch die LWF häufiger Anfragen zum Klimawandel und dessen Auswirkungen auf unsere Wälder. Nachfolgend geben die am häufigsten gestellten Fragen sowie unsere Antworten darauf einen Überblick über die aktuelle Gesamtsituation.

Inwieweit sind unsere Wälder vom Klimawandel betroffen?

Unser Klima befindet sich im raschen Wandel. Aktuelle Messdaten zeigen eine Erwärmung sowie veränderte Niederschlagsmengen und -verteilungen. Die Sommer 2018 und 2019 waren mit einer positiven Abweichung von über 3° zum langjährigen Mittel unter den vier wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn in Bayern und dies nun erstmals in Serie! Aufgrund geringer Niederschläge waren beide Sommer gleichzeitig unter den 17 trockensten. Wenn wir statt den Sommermonaten den Zeitraum April bis November betrachten, wurde 2018 sogar die geringste Niederschlagssumme sowie die höchste mittlere Lufttemperatur seit Beginn flächenhafter Aufzeichnungen im Jahr 1881 gemessen. Diese außergewöhnliche Kombination aus langanhaltender Trockenheit und Wärme 2018 sowie die Wiederholung von Trockenheit und intensiven Hitzewellen im Sommer 2019 machen deutlich, was Klimawandel auch für unsere künftige Witterung bedeuten kann.

Unsere Wälder leiden besonders unter der generellen Entwicklung. Wälder sind langlebige Ökosysteme, die Bäume in unseren Wäldern müssen an ihrem Standort mehrere Jahrhunderte überdauern, um einen Waldaufbau sicherzustellen, der die angesprochenen Funktionen erfüllen kann. Ein rascher Wandel der Wachstumsbedingungen bringt unsere Wälder in große Bedrängnis. Insbesondere in den warm-trockenen Regionen in Bayern, wie z.B. in Unterfranken sind, die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute augenfällig.

Die Forstwirtschaft ist daher zu raschem Handeln gezwungen. Ein geeignetes Mittel, um die Wälder auf die neuen Herausforderungen, die durch den Klimawandel entstehen, vorzubereiten, ist ein frühzeitiger, klimagerechter Waldumbau unter Beteiligung klimatoleranter Mischbaumarten.

Kann der Wald dem Klimawandel überhaupt noch standhalten?

Auch wenn wir gerade in Nordbayern vor vielfältigen Herausforderungen stehen, sind wir der Überzeugung, dass der Wald sehr wohl dem Klimawandel standhalten kann, wenn wir rasch den Waldumbau hin zu klimagerechten, gemischten Wäldern vorantreiben. Mit anderen Worten eine neue Waldgeneration entwickeln, die angepasster ist. Die ökologischen Fähigkeiten der Baumarten lassen sich gut modellieren, wenngleich natürlich Extremjahre vor allem Trockenheit in wiederholter Folge stärkere Auswirkungen haben.

Im Einzelfall kommt es tatsächlich zum flächigen Absterben, aber das bedeutet noch nicht, dass der Wald generell dem Klimawandel nicht standhalten kann, solange er sich wieder verjüngen kann. Es ist allerdings durchaus wahrscheinlich, dass bei weiterer Zunahme dieser Extremereignisse die Wälder nicht mehr so aussehen werden, wie wir es heute gewohnt sind.

Welche Baumarten sind besonders anfällig bei Trockenheit?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Unsere Waldbäume decken den wesentlichen Teil ihres Wasserbedarfs aus dem Bodenwasser über die Wurzelaufnahme. Daher müssen bei der Beurteilung der Trockenheitsanfälligkeit die Faktoren Niederschlagsangebot, Wasserspeicherkapazität des Bodens und die Wurzelausprägung der Baumart berücksichtigt werden.

Insbesondere die Fichte als flachwurzelnde typische Baumart der nördlichen Hemisphäre ist großen Risiken durch Perioden mit Wassermangel ausgesetzt. Stress und Befall durch Fichtenborkenkäfer ist die Folge. Daher sind die großen, in Mitteleuropa naturfernen, Reinbestände dieser Baumart Schwerpunkt des Waldumbaus in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in Bayern.

Bäume können sich jedoch an aktuelle Umweltbedingungen in einem gewissen Maß anpassen. Diese Anpassung bedarf allerdings eines längeren Zeitraums. Die Forstwirtschaft versucht daher seit langem sich bei der Baumartenwahl an der sogenannten potenziellen natürlichen Vegetation zu orientieren. Diese Vegetation würde sich bei gegebenen Standort- und Klimabedingungen etablieren, wenn kein menschlicher Einfluss auf den Waldaufbau gegeben wäre.

Derzeit reagieren insbesondere unsere (neben der Fichte) Hauptbaumarten Kiefer und Buche in einigen Landesteilen mit Vitalitätseinbußen, Wachstumsrückgängen oder mit verstärkter Mortalität auf die extremen Witterungsbedingungen der letzten Jahre.

Welche Baumarten können Trockenheit besser tolerieren?

Es gibt in Bayern sowie in Europa auch Baumarten, die bereits jetzt besser mit trockenen Verhältnissen umgehen können. Hierzu zählen z.B. Esskastanie, Flaumeiche, Französischer Ahorn, Küstentanne, Robinie, Roteiche, Schwarzkiefer, Wildbirne, Wildkirsche und Zerreiche.

Für diese Baumarten hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in den letzten beiden Jahren sogenannte Anbaurisikoeinschätzungen für aktuelle und zukünftige Klimabedingungen erarbeitet.

Diese Einschätzungen stehen den Waldbesitzern in Bayern über das Bayerische Standortinformationssystem BaSIS, welches den Revierleitern sowie den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern direkt zugänglich ist, zur Verfügung.

Wie sieht es 2019 mit Forstschädlingen im Vergleich zu anderen Jahren aus?

Es gibt leider keine Baumarten ohne an sie gebundene bzw. assoziierte Arten, welche Schäden verursachen können. Allerdings sind nur sehr wenige Pilz- und Insektenarten für die größten Schäden an unseren Wäldern verantwortlich (z.B. Borkenkäfer, Schwammspinner, Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus an Esche). Grundsätzlich gilt: Pilzkrankheiten sind grundsätzlich gefährlicher einzuschätzen als Insektenbefall.

Der Befall der Fichte duch Borkenkäfer – Buchdrucker und Kupferstecher - ist regional unterschiedlich stark ausgeprägt. In einigen Gebieten (Passau, Bayerischer Wald, Frankenwald) ist die Lage angespannter als in anderen Landesteilen, wobei der Großteil aller Fichtenwälder stark betroffen ist. Tendenziell ist der Befall bisher dieses Jahr auf einem ähnlichen sehr hohen Niveau wie im Jahr 2018. Bedingt durch Trockenheitsjahre in Folge UND Sturmereignisse hat sich die Borkenkäferpopulation in den letzten Jahren stark aufgebaut.

Momentan treten in Folge von Trockenheit an allen Baumarten weitere Schädlinge und Krankheiten auf, die folgende Aufzählung ist daher nicht abschließend:
  • An der Eiche treten heuer der Schwammspinner, Eichenprozessionsspinner, Eichensplintkäfer, Eichenprachtkäfer usw.. Die aktuelle Witterung (warm, feucht) führt zu verstärkten Eichenmehltau, der vor allem den Regenerationstrieb nach Entlaubung der Eiche durch den Schwammspinner betrifft.
  • Bei der Buche sind Trockenschäden zu verzeichnen und sowie darauffolgende im holzbrütenden und unter Rinde brütende Schadinsekten wie bspw. kleine Buchenborkenkäfer.
  • Beim Ahorn tritt momentan die Ahornrussrindenkrankheit und weitere Pilzerkrankungen auf.

  • Die Kiefer leidet zum Teil direkt unter der Trockenheit, dem Diplodiatriebsterben, und nachfolgend sekundären Schadinsekten wie der blauen Kiefernprachtkäfer, kleiner und großer Waldgärtner usw..
  • Auch die Tanne wird momentan von den Tannenborkenkäfer und dem Weisstannenrüssler regional begrenzt befallen.

 

Fotoverzeichnis: Bild von Johannes Plenio auf Pixabay
Literaturverzeichnis: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (-) - Klimawandel und dessen Auswirkungen auf unsere heimischen Wälder, Abgerufen 28.01.2020 von https://www.lwf.bayern.de/wissenstransfer/oeffentlichkeitsarbeit/225734/index.php

Bild von Mabel Amber still incognito auf Pixabay

Die im 59 ha großen Waldgebiet "Weißes Kreuz" bestehenden ausgedehnten Fichten- und Kiefernwälder sind gegenüber dem fortschreitenden Klimawandel einem höheren Risiko ausgesetzt. Erste Auswirkungen hatten die privaten Waldbesitzer bereits in den letzten Jahren durch den vermehrte Anfall von Schadholz - ausgelöst durch Borkenkäferbefall und Windwurf - zu spüren bekommen.

Bei der Waldexkursion im Feilenforst unter Leitung von Wild und Mergler wurde den Waldbesitzern aufgezeigt, dass ihre Wälder nur durch den raschen Umbau in zukunftsfähige, stabile Mischwälder erhalten werden können. Zudem können wichtige gesellschaftliche Funktionen des Waldes wie der Trinkwasserschutz auf diese Weise gesichert werden. Auch ein Grund, weshalb der Staat entsprechende Maßnahmen privater Waldbesitzer, wie Pflanzungen klimatoleranter Baumarten, finanziell unterstützt und mit einem breiten Beratungs- und Fortbildungsangebot zur Seite steht.

An verschiedenen Waldbildern erläuterten die beiden Forstexperten des AELF Pfaffenhofen, welche waldstabilisierenden Maßnahmen die privaten Waldbesitzer ergreifen können. Die stabilisierende Wirkung von Pflegedurchforstungen und die Pflanzung klimatoleranter Baumarten wie Douglasie, Weißtanne und Stieleichen kamen ebenso zur Diskussion, wie die Berücksichtigung der Biodiversität bei der Waldbewirtschaftung oder die Bedeutung der Jagd für einen erfolgreichen Waldumbau. Insgesamt sind mehrere Termine im Rahmen des IZW-Projekts „Weißes Kreuz“ geplant, in denen den Waldbesitzern ein umfassendes Fitnessprogramm Klimawandel für ihren Wald näher gebracht wird. Dafür treffen sich die interessierten Waldbesitzer regelmäßig bei weiteren geplanten Beratungsterminen mit dem örtlich zuständigen Revierförster Mergler.

Am AELF Pfaffenhofen werden 2020 weitere Projekte der Initiative Zukunftswald (IZW) gestartet.

 

Fotoverzeichnis: Bild von Mabel Anna still ignotico auf Pixabay
Literaturverzeichnis: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen/Ilm (---) - Initiative Zukunftswald in Pfaffenhofen gestartet, Abgerufen 08.01.2020 von http://www.aelf-ph.bayern.de/forstwirtschaft/waldbesitzer/234948/index.php

Bild von Markus Spiske auf Pixabay

Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch den Wald. Das war schon immer mühsam und ist es auch heute noch – auch wenn sich beim Holzeinschlag vieles geändert hat, gerade in den letzten Jahrzehnten. Wie die Bäume früher geerntet wurden und was sich bis heute dazu entwickelt hat, erklärt uns Thomas Fottner von der Bayerischen Waldbauernschule in Kelheim.

Der Mensch nutzt seit Jahrtausenden kontinuierlich den Wald. Damit ist das, was wir heute als Wald bezeichnen, größtenteils eine von uns geschaffene Kulturlandschaft. Denn spätestens vor 7.500 Jahren begannen die sesshaft gewordenen Bauern den Wald wegen ihres gestiegenen Holzbedarfes zu formen und zu verändern.
Bis ins 18. Jahrhundert fand die Holzernte überwiegend mit der Axt statt. Anschließend kam die Säge hinzu. Sie wurde zunächst zum Ablängen der Hölzer, erst später dann auch für die Fällung verwendet. Weitere Werkzeuge waren Eisenkeil, Wendehaken, Schäleisen und die leichte Axt für die Entastung. Über lange Zeit waren dann Zugsäge und Axt die typischen Werkzeuge in der Holzernte. Es bedurfte schon eines eingespielten Teams, dass diese Werkzeuge optimal und rationell eingesetzt werden konnten: Der Fallkerb-Sohlenschnitt entstand mit der Zugsäge. Anschließend wurde das Fallkerb-Dach mit der Axt herausgehauen. Der Splinthieb sorgte dafür, dass der Stamm beim Fallen nicht aufreißt. Anschließend wurde der Fällschnitt mit der Zugsäge angesetzt, so dass die Bruchstufe und eine Bruchleiste als Scharnier vorhanden waren. Hing der Baum nicht in Fällrichtung, wurde er mit einem  Eisenkeil zu Fall gebracht. Auch der Waldbart wurde mit der Zusäge entfernt, bevor der Stamm mit der leichten Axt entastet wurde.
In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden dann die ersten Zwei-Mann-Motorsägen entwickelt. Mit der Zeit wurden die Motorsägen kompakter, so dass ein einzelner Mann das Gerät bedienen konnte. In den 60er Jahren hielt sie dann Einzug in die Waldarbeiter-Rotten und  wurde zum ständigen Begleiter der Waldarbeiter. Im Laufe der Jahre wurden die Sägen immer weiterentwickelt: Sie wurden leichter, zum Teil leistungsstärker, die Abgasbelastung hat sich deutlich verringert und es kamen verschiedene Sicherheitselemente hinzu. Antivibrationselemente dämpfen die Vibrationen vom Motor zum Handgriff ab und verhindern die sogenannte Weißfingerkrankheit. Kettenbremse, eine Gashebelsperre, der Kettenfangbolzen, hinterer und vorderer Handschutz oder die Auspuffabdeckung sind wesentliche Sicherheitselemente der modernen Motorsäge.
Nicht nur die Motorsäge wurde seither stetig weiterentwickelt, auch die dazugehörige Schutzausrüstung wurde immer weiter verbessert. Gab es früher keine persönliche Schutzausrüstung für die Waldarbeiter, so beinhaltet sie heute eine ganze Reihe an Elementen: Der Helm schützt vor Kopfverletzungen, der Gehörschutz dämpft den gefährlichen Motorsägenlärm und der Gesichtsschutz schirmt Augen und Gesicht ab; Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage verhindern Verletzungen beim Nachlaufen der Kette. Ganz wichtig ist auch Kleidung mit Warnfarben.
Mittlerweile prägen neben der Motorsäge auch Holzerntemaschinen das Bild in unseren Wäldern. Die Vollernter oder Harvester können mit ihrem Aggregat die Bäume fällen, entasten, ablängen und vermessen. Mit der voll technisierten Holzernte wurden die Belastungen für den Menschen anders: Ein Harvesterfahrer hat heute weniger körperliche, aber dafür deutlich mehr psychische Belastung zu bewältigen.

Zum Video: bitte klicken

Fotoverzeichnis: Bild von Markus Spiske auf Pixabay
Literaturverzeichnis: Forstcast.Net (28.09.2018) - Pflege von Forststraßen, Abgerufen 25.10.2019 von https://forstcast.net/holzeinschlag/2906
Dienstag, 17 September 2019 05:37

Pflege von Forststraßen - mit Video

- Veröffentlichung Forstcast.net - 

Forststraßen ermöglichen den Zugang in den Wald. Damit die Waldwege in einem guten Zustand bleiben und auch genutzt werden können, ist die Wegepflege unerlässlich. Sie beinhaltet verschiedene Maßnahmen, die uns Waldbesitzer Heinrich Funk, Wegebauberater Günter Schiekofer sowie Siegried Waas von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft erklären.

Waldstraße

Waldwege sind die Lebensadern für den Waldbau, sie ermöglichen den Zugang in den Wald. Systematisch geplante Forststraßen schaffen die Voraussetzung für eine schonende und wirtschaftliche Verjüngung, Pflege und Ernte von Waldbeständen. Allerdings kommt es an diesen Wegen regelmäßig zu Verschleißerscheinungen: Das Deckmaterial verlagert sich durch die Nutzung an den Wegrand, aufwachsende Vegetation im Weg bereitet Probleme und Regen, der nicht richtig abfließen kann, führt zu Auswaschungen und Schlaglöchern. Die Schäden an Forststraßen zu reparieren ist relativ kostenintensiv. Daher ist es besser, in die Wegepflege zu investieren – und das schon ab dem Jahr der Wegefertigstellung.
Eine Maßnahme der Wegepflege ist es, das Lichtraumprofil freizuhalten. Das Lichtraumprofil ist der bewuchsfreie Raum über der Forststraße. In einer Breite und Höhe von etwa vier bis viereinhalb Metern sollte es freigehalten werden. Denn in den Forstweg wachsende Äste und Zweige beschatten den Weg. Er trocknet nach Niederschlägen nur langsam ab. Dadurch kommt es zu Verdrückungen und zwangsläufig zu Schäden am Forstweg. Das Lichtraumprofil sollte ein- bis zweimal im Jahrzehnt freigeschnitten werden.
Nur ein trockener Weg ist ein guter Weg: Wasser hat einen gravierenden Einfluss; es sucht sich seinen Weg und kann, vor allem nach Extremniederschlägen wie sommerlichen Gewitterstürmen, die Forststraße erodieren. Das sollen die Seitengräben verhindern, indem sie das Wasser ableiten. Damit das Wasser auch dorthin gelangt ist das Urglasprofil der Wege erforderlich und natürlich auch ein funktionsfähiger Graben. Der trägt dazu bei, dass das Wasser nicht in den Wegekörper eindringen und entsprechend die Befahrbarkeit der schwerlastfähigen Forststraßen herabsetzen kann. Dazu müssen die Gräben frei sein von Erde, Ästen oder Laub. Mit einem Radbagger werden die Seitengräben ein- bis zweimal im Jahrzehnt freigeräumt.
Hohen Verschleiß gibt es beim Deckmaterial; das verlagert sich alleine durch die Befahrung an die Wegränder. Statt hier teuer neuen Schotter aufzubringen, ist es besser das verlagerte Material wieder nach innen zu schaffen. Dafür gibt es verschiedene Anbaugeräte. Bei der Deckschichtpflege wird das feine nach außen getragene Material mit den Schildern wieder auf den Wegekörper zurück gebracht. Das Gerät greift dabei nur wenige Zentimeter (0,5-2 cm) in den Wegekörper ein. Die Deckschichtpflege sollte in der Vegetationszeit zwischen April und September erfolgen, um Vegetationsansätze von Gras oder Moos zu entfernen. Für einen Weg benötigt der Unternehmer meist drei Durchgänge: Je eine Fahrt mit etwa 10 km/h, um das Material links und rechts wieder auf den Weg zurück zu bringen und anschließend eine schnelle Verteilfahrt mit etwa 20 km/h, um das Material gleichmäßig auf der Wegebreite zu verteilen. Die Deckschichtpflege sollte auf jeder Forststraße drei- bis fünfmal jährlich durchgeführt werden.
Durch die Forststraßen entstehen strukturierte Waldinnenränder mit wertvollen Blühstreifen, die teilweise sogar ganz eigene Pflanzengesellschaften beherbergen und damit die ökologische Vielfalt im Wald fördern. Wichtig ist es, diese Blühstreifen erst nach dem Abblühen im Spätsommer oder Frühherbst zu Mähen oder Mulchen.

 

Zum Video: bitte klicken

 
Weiterführendes Informationsmaterial:
 
 
 
Fotoverzeichnis: Bild von Bertvthul auf Pixabay
Literaturverzeichnis: Forstcast.Net (18.07.2018) - Pflege von Forststraßen, Abgerufen 17.09.2019 von https://forstcast.net/wegepflege/2897

 

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