Eichenprozessionsspinner

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Eichenprozessionspinner

Durch Massenausbreitung und die für Menschen gesundheitsschädigende Folgen ist der Eichenprozessionsspinner in den letzten Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Betroffen sind in Bayern vor allem Eichen-Arten vor. Dazu zählen die Stieleiche, die Traubeneiche und die Roteiche. Der Spinner tritt dabei in warm-trockenen Regionen auf, bevorzugt lichte Eichenwälder, Waldränder und Einzelbäume. Besonders in Trockenjahren mit wildem Fühjahr und trockenem Spätsommer mit wenig Wind tritt eine Massenvermehrung des Prozessionsspinners auf.

Eichenprozessionsspinner 2

Biologie
Die Entwicklung der Raupen umfasst sechs Stadien. Ab dem 3. Larvenstadium entwickeln sich die mit Widerhaken versehen Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopein und sind dann für Mensch und Tier sehr gefährlich. Die Raupe verpuppt sich von Mitte bis Ende Juni. Dabei entsteht das auffällige Gespinstnest. Nach drei bis fünf Wochen schlüpfen die Falter. Diese schwärmen von Juli bis August. Die Weibchen legen ihre Eier innerhalb weniger Tage an drei- bis sechsjährige Zweigen, gerne an die Südseite und im oberen Kronenbereich der Bäume. Die Jungraupen sind sehr widerstandsfähig und überstehen Temperaturen bis zu minus 29 C°.
 
Gefahr für den Menschen
Für den Menschen stellen die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners eine akute gesundheitliche Gefährdung dar. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen die feinen Brennhaare mit Widerhaken, die sehr leicht brechen können und vom Wind über weite Distanzen getragen werden. Die alten Larvenhäute, die in ihren Nestern bleiben, besitzen ebenfalls sehr viele gefährliche Brennhaare. Während der Raupenfraßzeit ist die akute Gefahr am Größten. Alle Gespinsternester stellen eine dauerhafte Gefahrenquelle dar. Die Raupenhaare besitzen eine lange Haltbarkeit und reichern sich oft über mehrere Jahren im Unterholz und im Bodenbewuchs an. Weiterhin haften sie auch an Kleidern und Schuhen.
 
Symptome und gesundheitliche Folgen
Gefährlich sind für die Menschen die Haare ab dem dritten Larvenstadium, also ab Mai bzw. Juni. Mit jedem Entwicklungsstadium steigt die Gesundheitsgefährdung. Eine Altraupe besitzt bis zu 700.000 Brennhaare. Da die Haare an Schuhen und Kleidern haften bleiben und das Toxin über mehrere Jahre aktiv bleiben kann, besteht faktisch eine ganzjährige Gefährdung. Dabei reagiert der Körper auf das Gift in den Brennhaaren. Dies ist keine echte Allergie, hat aber ähnliche Symptome. Die eindringenden Brennhaare reizen die Oberhaut und die Schleimhäute. Sie können Knötchen, Quaddeln und eine Hautentzündung verursachen. Bleiben die Entzündungen unbehandelt, halten sie oft ein bis zwei Wochen an. Betroffen sind oft alle Hautbereiche, die nicht bedeckt waren, also vorwiegend Gesicht, Hals, Nacken, Unterarme und Armbeugen. Die Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten durch das Einatmen der Haare können Bronchitis bis hin zu Asthma verursachen. Oft treten auch Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündungen auf. In wenigen Einzelfällen können auch Schockreaktionen ausgelöst werden.
 
Haustiere
Auch für Haustiere ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich. Zwar sind diese durch das Fell meist gut geschützt, doch Schnauze und Schleimhäute können betroffen sein. Vor allem Hunde, die gerne herumschnüffeln, sind hier sehr gefährdet. Auch hier können die Haare allergische Reaktionen auslösen. Zunge und Lefzen können stark anschwellen und es kann zu Atemproblemen kommen.
 
Sofortmaßnahmen nach Kontakt
  • Kleidung umgehend im Freien wechseln, Schuhe abwaschen
  • Kleidung bei mindestens 60°C waschen
  • Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebestreifen entfernen
  • Gründliche Dusche mit Haarreingung mit Augenspülung mit Wasser
  • Betroffene Gegenstände waschen und/oder absaugen
  • Aufsuchen des Hautartzes bei Hautreaktionen, bei Atemnot Rettungsdienst alamieren
 
Maßnahme zur Vorbeugung
  • bei Arbeiten im Wald Hautflächen größtmöglich abdecken, z.B. durch Tragen eines langärmeligen Oberteiles, eines Halstuches usw.
  • wenn möglich kein Holz in der Nähe von Eichenbäumen poltern, da sich auf diesem die abgestorbenen Hautpartikel ansammeln können
  • Eichenbäume auf Befall kontrollieren, um im frühen Stadium Bekämpfungsmaßnahmen durchführen zu können
 
Bekämpfung
Bei geringem Befall ist eine mechanische Bekämpfung ausreichend. Das Verfahren ist jedoch aufwendig und für den Anweder besteht eine gesundheitliche Gefährdung. Deshalb sollten diese Maßnahmen nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden. Der beste Zeitpunkt für eine mechanische Bekämpfung ist, wenn sich die Larven verpuppen und dadurch nicht mobil sind. Beim Einsatz von Insektiziden sind die Belange von Natur- und Wasserschutz zu berücksichtigen. Dabei ist immer der Rat von Fachleuten einzuholen.
 
Weiterführendes Informationsmaterial:

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